Tabbsville


Das Schiff wird am Kai vertäut, als die sechs Gestalten von Bord gehen. Sie kommen nach Utiloh, der südlichsten Stadt der Insel. Sie alle kommen aus unterschiedlichen Gründen hierher, und keiner von ihnen will an diesem Ort länger verweilen. Es ist schöner Sonnenschein und der Tag lädt zum Weiterreisen ein. So wartet man nicht lange und zieht weiter. Die Gefährten zur See sind erstaunt, daß sie denselben Weg haben. Man kommt ins Gespräch.

Chem und Kyra kommen aus Ohdum. Sie waren sich dort begegnet und waren ein Stück gemeinsam des Weges gegangen. Während Kyra versucht, die Aussteuer für ihre beiden Brüder zu verdienen, die beide inzwischen im heiratsfähigen Alter sind, ist sich Chem über seine Motive nicht im Klaren. Wahrscheinlich will er der Freundin beiseite stehen, hier in unbekannten Landen. Es mochte sein, daß sie einen Mann zur Unterstützung brauchte. Nicht überall auf der Welt haben die Frauen das Sagen wie in den Ländern, in denen Kyra bisher gelebt hat. Außerdem fühlt sich Chem als Mönch zum Bewandern fremder Länder berufen.

Engibi hat kein besonderes Motiv zu erkennen gegeben. Einfache Neugier trieb ihn nach Novelien, wo angeblich große Abenteuer derer harren, die sie zu unternehmen wagen. Er stammt ebenfalls aus Ohdum.

Erbs und Lins sind Zwillinge und kommen aus Euridien. Erbs hat einen Auftrag, in ein kleines Dorf namens Tabbsville zu gehen. Lins begleitet seinen Bruder auf dieser Reise, denn noch sind sie unzertrennlich.

Irisi Flimsi bereist die Welt. Vor nicht allzu langer Zeit hatte er sich von seinem Wanderzirkus getrennt, der nur auf einem Kontinenten seine Runde machte. Das war Irisi zu wenig. Nicht umsonst wollte er die Sprachen der Welt so gut es ging gelernt haben. Ursprünglich aus Euridien, hatten ihn dort seine Lehrer verstossen, als er nicht Athlan (entspricht Altgriechisch) lernen wollte.


Erbs: "Wenn ich das richtig sehe, hat keiner von euch ein klares Ziel vor Augen außer mir. Wie wäre es, wenn ihr mich ein Stück begleitet?"

Engibi: "Das kommt darauf an, ob dein Ziel am Weg liegt."

Irisi: "An welchem Weg? Hast du doch ein Ziel?"

Engibi: "Ich meine den Weg nach Autfoß, der nächsten größeren Stadt. Schließlich kennt sich keiner von uns hier aus und wir können uns leicht verirren."

Kyra: "Kann man dort Geld verdienen? Viel Geld! Ich brauche nämlich viel."

Chem: "Die Zwillinge könnten uns als Begleitschutz anheuern."

Lins: "Ich glaube eher, daß ihr für unseren Schutz eurerseits bezahlen müßtet."

Kyra: "Haha. Wovor könnte mich ein mickriger Zauberer beschützen?"

Irisi: "Ich denke, wir beschützen uns gegenseitig. Ich für meinen Teil erwarte keine Bezahlung und gebe auch keine."

Engibi: "Nun gut. Aber erwartet keine Heldentaten, für die ich nicht bezahlt wurde. Wunder kosten nämlich extra!"

Kyra: "Du kannst Wunder vollbringen? Das würde mich wundern."

[Am Abzweig nach Tabbsville.]

Erbs: "Hier müssen wir nach rechts abbiegen. Ein paar Meilen weiter liegt Tabbsville, wo ich eine gewisse Kashka treffen soll."

Irisi: "Was willst du von ihr?"

Erbs: "Ich muß noch etwas regeln. Das soll dir genügen."

Irisi: "Von mir aus. Später werden wir hoffentlich mehr erfahren."

Engibi: "Dann laßt uns das Schwätzchen beenden und nach Tabbsville gehen. Mal sehen, was das für ein Nest ist."

[Tabbsville ist (von anderen) ausgeplündert und gebrandschatzt worden.]

Irisi: "Tja, da ist wohl nichts mit Kashka, was Erbs?"

Erbs: "Abwarten, wir wollen erstmal die Häuser durchsuchen. Vielleicht hat sie sich in Sicherheit bringen können."

[Man durchforstet das Dorf und findet in einem Keller eine Falltür.]

Lins: "Da drin ist's dunkel, wer geht hinein?"

Chem: "Einer unserer mutigen Kämpfer?"

Alle Kämpfer: (betretenes Schweigen.)

Kyra: "Aber wir können doch nichts sehen."

Irisi: "Faule Ausrede! Na gut, ich gehe, ich kann im Dunkeln sehen."

[In der Grube wird eine gefesselte Kashka gefunden.]

Irisi: "Hier, nehmt mir mal dieses Päckchen ab!"

Erbs: "Das ist ja Kashka! Wie geht es dir?"

Kashka: "Hmm ... "

Erbs: "Oh, Pardon ... So jetzt!"

Kashka: "Als ich hier beim vereinbarten Treffpunkt eintraf, war alles noch in Ordnung. Doch einen Tag darauf überfielen uns viele Orks. Die Bewohner stellten sich ihnen, doch alles war vergeblich. Diejenigen, die nicht erschlagen wurden oder gefangen genommen wurden, flohen. Alle, die hier blieben, wurden erschlagen - außer mir. Man ließ mich am Leben, um euch zu sagen, daß sie das haben, was ihr haben wollt."

Engibi: "Was wollen wir denn haben?"

Erbs: "Nichts! Nur ich will etwas haben. Wir müssen den Orks hinterher gehen und sie einholen."

Engibi: "Moment. Ich möchte wissen, auf was ich mich da einlasse. Worum geht es denn?"

Irisi: "Kashka, Wieviele Orks haben denn überlebt?"

Kashka: "Etwa 6. Aller Wahrscheinlichkeit nach war auch ein Zauberer dabei. Wir haben von den 15 Orks über die Hälfte erschlagen."

Chem: "Dann muß den Orks aber viel an dem Gegenstand, den Erbs haben will, gelegen sein."

Irisi: "Verfolgen wir die Spur, solange sie frisch ist."

[Verfolgung der Spur. Man kommt an eine Höhle.]

Engibi: "Dort steht eine Wache. Beseitigen wir sie leise, dann können wir die anderen in der Höhle überraschen."

[Gesagt, getan.]

Chem: "Erbs sollte vorgehen, er hat schließlich etwas von dieser Aktion."

Erbs: "Ihr spinnt wohl, ich bin ein Magier. Ich mache Licht, dann könnt ihr sehen, das reicht."

Lins: "Kyra und Engibi gehen vorne, sie sind die Kämpfer."

Chem: "Solange es vorwärts geht ... "

[Man watet durch einen trüben, schmierigen Fluß.]

Kyra: "Ein Monster hat mich aus dem Schlamm angegriffen!"

Engibi: "Es hat Plattenpanzer an!"

[Mord und Totschlag: Eine Bärenfalle wird umgebracht.]

Lins: "Eine Glanzleistung unserer Kämpfer!"

Kyra: "Komm du nach vorne und löffle deine eigene Suppe aus!"

[Man kommt in eine größere Höhle. Man trifft dort drei Orks. Ein Kampf entbrennt. Es werden einige SC verwundet. Unter anderem ist tatsächlich ein Zauberer unter den Orks. Schließlich verschwindet der Zauberer, denn die anderen Orks sind besiegt.]

Irisi: "Laßt den Sorcerer nicht entkommen!"

Kyra: "Ich kann nicht mehr laufen!"

Chem: "Ich blute ebenfalls und will nicht in eine weitere Falle tappen."

Lins: "Alles müssen wir Zauberer alleine machen."

Engibi: "Ihr habt bis jetzt noch gar nichts getan!"

Erbs: "Und wessen "Shock Bolt" hat den Ork dort drüben erledigt?"

[Irisi, Lins und Erbs verfolgen (teils unsichtbar) den Zauberer: vergeblich. Die Spur verliert sich an einem Fluß, wo ein Boot den Zauberer davonträgt. Man heilt sich.]

Kashka: "Wenigstens hatten wir insofern Erfolg, als daß der Stab für Erbs zurückerobert wurde."

Engibi: "Oh, ein Stab! Kannst du uns damit heilen, Erbs?"

Erbs: "Nein!"

Engibi: "Das hatte ich mir gleich gedacht. Zauberer haben mit derartig geringfügigen Problemen nichts zu schaffen."

Irisi: "Erzähl uns, was man mit dem Zauberstab machen kann."

Erbs: "Zaubern!"

Engibi: "So ist's richtig. Der Seher braucht nicht überall seine Nase hineinzustecken."

Irisi: "Man sollte es sich aber auch nicht mit ihm verscherzen. Wer weiß schon, was der Seher alles weiß?"

[Schließlich verläßt man erholt diese Gefilde.]

Enigibi: "Ohne Kashka hätten wir uns sicherlich verirrt. Das ist hier ein verlassenes Land. Hier sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht."

[Wieder auf der Hauptstraße, trifft man auf einen Wanderzirkus.]

Engibi: "Schaut, ein Wanderzirkus. Vielleicht brauchen die noch eine Komikertruppe."

Chem: "Wir sind doch eher zum Weinen."

Engibi: "Stimmt auch wieder. Schaut, der Mann dort kommt zu uns."

Mann: "Guten Tag, Fremde, ich bin Harry Larry und der Führer dieses Wanderzirkus. Seid willkommen. Welche Attraktion wollt ihr zuerst besuchen? Den ... "

[Nach einer kurzen Einleitung und der freundlichen Ablehnung (mangels Geld) seitens der Spieler.]

Larry: "Das ist schade. Aber wie das Schicksal so spielt, könnt ihr euch eine großzügige Belohnung verdienen. Eine meiner Hauptattraktionen war der Gargoyle. Unglücklicherweise hat er sich befreit und ist geflohen. Wenn ihr ihn wiederbeschafft, werde ich euch reich belohnen."

Lins: "Wie reich denn?"

Larry: "Das werden wir noch aushandeln. Ihr müßt wissen, das ein lebendiger Gargoyle viel wert ist. Solltet ihr ihn aber töten, dann ist er wertlos. Er ist dann versteinert und für mich nicht mehr zu gebrauchen."

[Die Gefährten jagen den Gargoyle. Man findet ihn und besiegt ihn. Leider versteinert er dabei.]

Lins: "Warum müßt ihr immer wie doof auf den Monstern herumhacken? Geht es nicht sanfter?"

Engibi: "Du gehst mir auf den Wecker. Wenn es nach dir ginge, wären wir noch in Jahren hinter diesem Monster her."

Irisi: "Vielleicht rückt Larry trotzdem etwas Geld heraus. Schließlich hätte das Monster Menschen töten können und er wäre verantwortlich gewesen."

[Bei Larry.]

Larry: "Nein!"

Irisi: "Aber wenigstens ein bißchen? Wir haben uns bemüht. Du kannst ihn ja als ausgestopft vorstellen und sagen: lebendig sei er zu gefährlich."

Larry: "Nein!"

Lins: "Dann nehmen wir den Gargoyle mit und verkaufen ihn an jemand anders."

Larry: "Wenn ihr wollt. Viel Spaß beim Tragen! Ich wollte euch gerade anbieten, daß ich den Gargoyle für euch begrabe, ist das nicht fair? Ihr macht den Dreck und ich räume auf."

Engibi: "Was soll's. Dann haben wir die Sache hinter uns. Machen wir, daß wir nach Autfoß kommen. Endlich eine Stadt mit Menschen. Ich kann die einsame Landstraße nicht mehr sehen."

Kyra: "Dort drüben ist sie doch!"

Engibi: (seufzt)

[Alle Ab.]


Der Zauberer, der bei den Orks entkam, wird später wieder auftauchen. "Shock Bolt" ist ein Miniaturblitz und hat ungefähr die Stärke eines Keulenschlages (nicht aber die Natur eines solchen). Wie sich später herausstellte, werden Gargoyles nur für kurze Zeit versteinert, so daß Harry Larry seinen Gargoyle später wieder lebendig zur Schau stellen konnte.


Copyright 1996 Michael Jung < miju@phantasia.org >
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