Kaynes Auferstehung


In gemütlichem Tempo marschieren zwei Männer und eine Frau die Straße nach Utiloh entlang. Sie haben eine nicht ganz leichte Aufgabe zu ihrem Ziel gemacht. Sollten sie es schaffen, wird sie großer Lohn erwarten, wenn nicht: der Tod.


Engibi: "Tja, Lins. So sieht es aus. Wirst du mitmachen?"

Lins: "Wie habt ihr es überhaupt geschafft, daß Kayne in die Hände der Königin kam?"

Engibi: "Das lag an deinem Bruder. Hätte er sich nicht von der Miliz fangen lassen, hätten wir nicht Kaynes Leiche gegen ihn eintauschen müssen."

Lins: "Ich verstehe immer noch nicht, warum wir Kayne befreien müssen."

Engibi: "Kayne ist nicht tot. Das liegt daran, daß er noch einen Pakt mit Asgarot geschlossen hat, wie wir auch. Wenn wir ihn nicht erfüllen, werden auch wir beide bald als wissenschaftliches Studienobjekt in den Kerkern der Königin landen. Wer weiß, wie oft man ihn dort schon zu Testzwecken getötet hat."

Pilfa: "Ich wage nicht daran zu denken. Können wir nicht schneller gehen?"

Lins: "Wir drei sollen das alleine schaffen?"

Engibi: "Wir sind doch wer! Wir haben den Sumpf überlebt, was soll uns da noch schrecken?"

Lins: "Ich weiß nicht. Das hört sich zu riskant an. Diesmal haben wir keine Kerze zum Heimleuchten."

Pilfa: "Ich dachte, du seist ein Freund von Kayne. Schon die anderen haben ihn im Stich gelassen."

Lins: "Weißt du, wer dich umbrachte?"

Pilfa: "Nein, aber ich finde es ein starkes Stück, daß der Seher sich nicht darum kümmern wollte."

[In Utiloh. Pilfa besucht einen einschlägigen Ort und trifft Iks. Eine Münze ist das Erkennungszeichen.]

Pilfa: "Kommt ihr von den Gevattern?"

Iks: "Hallo. Ihr seid aus Autfoß, habe ich recht?

Pilfa: "Ja."

Iks: "Womit können wir dienen?"

Pilfa: "Gibt es Pläne für einen Einbruch in den Königspalast?"

Iks: "Ich will ehrlich sein. Es gibt sie, aber wir haben noch keinen Dummen gefunden, der sie ausführt. Warum fragst du?"

Pilfa: "Ich und ein, zwei Kollegen wollen meinen Freund Kayne befreien, der dort in Gefangenschaft sitzt."

Iks: "Sehr bedauerlich. Wir könnten euch helfen. Sagen wir 10 Goldlum für den Plan?"

[Nach harten Verhandlungen wechselt der Plan mit den Geheimtüren und Wachwechseln im Schloß den Besitzer für 1 Goldlum.]

Iks: "Ich hätte am Anfang nicht ehrlich sein sollen."

Pilfa: "Tja, 's ist ein hartes Geschäft."

[Beide Ab. Engibi bei der Magiergilde.]

Engibi: "Ich hätte gerne einen Gegenstand, der mich vor magischer Überwachung schützt."

Magier: "Sie werden doch nicht gesucht, oder?"

Engibi: "Nein, aber es gibt einen kleinen Seher, der dauernd versucht, mich zu entdecken. Dagegen möchte ich etwas tun."

Magier: "Aha, sozusagen ein anonymer Anrufer."

Engibi: "Wenn sie so wollen."

Magier: "Da läßt sich etwas machen."

[Man wird sich handelseinig. Der Ring, der das geforderte leistet, kostet 5 Goldlum und liegt bereit.]

Engibi: "Hier habt ihr das geforderte Geld."

Magier: "Sie haben es gleich dabei? Sie scheinen wohlhabend zu sein."

Engibi: "Man tut, was man kann."

[Beide Ab. Später begegnet Pilfa Engibi, dem sie von dem Plan erzählt. Dieser berichtet daraufhin Lins, jedoch nicht von allem, so daß der sowieso schon skeptische Magier aus der Sache aussteigt.]

Lins: "Du verheimlichst mir etwas, daß weiß ich."

Engibi: "Du kannst mir vertrauen."

Lins: "So wie bei dem Juwelier in Autfoß?"

Engibi: "Das war doch nur ein Scherz. Außerdem hättest du davor die Information von mir kaufen können."

Lins: "Ein teurer Scherz. Auf dieser Basis kann ich dir nicht vertrauen."

Engibi: "Dann nicht. Kayne wird es dir zu danken wissen."

[Lins Ab. Später kommt Pilfa mit dem Plan und die beiden arbeiten denselben weiter aus. Schließlich gehen sie am nächsten Tag durch eine Geheimtür in den Palast. Alle Unterhaltung ist leise.]

Pilfa: "Jetzt rechts lang, dort steht keine Wache."

Engibi: "Ich denke, wir befreien erst Kayne und dann schauen wir in der Schatzkammer nach."

Pilfa: "Solange er auf den Beinen ist."

[Man gelangt schließlich unbemerkt in den Kerker, wo man Kayne vorfindet. Er ist zwar voller Tatendrang, seine Verfassung läßt diese aber nicht bedingungslos zum Zuge kommen.]

Engibi: "Aber laufen kannst du?"

Kayne: "Kein Problem. Diese Schürfwunden verheilen schnell."

Pilfa: "Der Armbruch auch?"

Kayne: "Meine Ausrüstung müßt ihr solange tragen, aber los jetzt endlich."

[Man findet Kaynes Ausrüstung und verläßt den Kerker in Richtung Schatzkammer.]

Engibi: "Unsichtbarkeit und "Unpresence" sind schon nützlich."

Pilfa: "Wollen wir nicht lieber gehen? Der Bogen kann auch überspannt werden."

Engibi: "Jetzt macht es doch erst richtig Spaß. Außerdem müssen wir die Unkosten herausholen."

[An dem Eingang zu einer Schatzkammer kommt man zu stehen. Man öffnet die Tür, doch eine Wache hat etwas bemerkt und ein Alarm geht los. Die Räuber raffen soviel sie können zusammen und versuchen zu fliehen. An einer Ecke werden sie von einer ersten Gruppe Wachen angehalten. Mit einigen Problemen gelingt es, diese zu überwältigen. Später kommt man zum Ausgang. Einige Armbrustbolzen zischen durch die Luft, doch man ist schließlich in Sicherheit. Außerhalb.]

Kayne: "Das war knapp. Und das in meinem Zustand."

Engibi: "Hör bloß auf. Ein Bakehträger jammert nicht. Außerdem hat es sich gelohnt. Wir haben zwanzig der feinsten Schwerter erbeutet."

Kayne: "Das war wohl die falsche Schatzkammer. Was sollen wir mit den Schwertern der alten novelischen Könige?"

Engibi: "Wir müssen bald die Insel verlassen, nach dem Coup, den wir gelandet haben. Verkaufen wir doch die Schwerter in anderen Ländern."

Pilfa: "Ich werde Novelien nicht verlassen. Ich habe genug Kontakte, um hier unterzutauchen. Macht euch um mich keine Sorgen."

Engibi: "Das ist gut. Was wir tun müssen, kann sehr gefährlich werden. Ich habe ein Boot angeheuert, daß uns nach Iridan bringt."

Pilfa: "Gefährlicher als diese Aktion kann es nicht mehr werden."

Kayne: "Du warst nicht im Sumpf mit uns."

[Die beiden Männer gehen zum Kapitän, der sie nach Iridan bringen soll.]

Jasper: "Aha, es geht los."

Engibi: "So ist es. Und zwar sofort. Keine Fragen, denn wir haben keine Zeit für Antworten, wir legen ab."

Jasper: "So sei es. Ich habe mir die Freiheit genommen und einige Gäste mitfahren lassen."

Engibi: "Das war nicht abgemacht."

Jasper: "Ihr habt nicht auf dem Gegenteil bestanden. Außerdem sind es keine zwielichten Gestalten."

Engibi: "Das macht sie nun erst recht verdächtig."

[Man lernt einen Magier und einen Mönch kennen, die es ebenfalls nach Iridan zieht. Der Priester kommt aus Iridan, was man an seinen Gesichtzügen erkennt.]

Kayne: "Warum zieht es euch nach Iridan?"

Magier: "Erst möchte ich mich bedanken, daß ihr mich auf dem von euch gecharterten Schiff mitnehmt. Das ist sehr edel. Ich habe einen Auftrag für die Magiergilde zu erledigen. Wir wollen einen Posten iridanischer Simbelstämme kaufen."

Kayne: "Tatsächlich? Wozu braucht man Simbelstämme?"

Magier: "Das kann ich euch nicht so leicht erklären, dazu besitzt ihr nicht die, ähh, nötige Vorbildung."

Kayne: "Ich verstehe. Einem einfachen Kämpfer sagt man nichts, was? Angeber! Wenn ich will, haue ich euch jederzeit den Kopf von den Schultern, also paßt auf!".

Magier: "Schon gut, kein Grund zu Überreagieren."

Kayne: "Und was treibt euch nach Iridan. Wie ich sehe, seid ihr Priester."

Priester: "Hmmm."

Kayne: "Ihr wollt in eure Heimat? Sprecht!"

Priester: "Hmmm."

Kayne: "Ihr seid nicht sehr gesprächig. Antwortet, wenn ich frage!"

Jasper: "Entschuldigung, aber der Herr spricht die Handelssprache nicht so gut."

Kayne: "Wie kam er dann in Novelien zurecht?"

Jasper: "Er lebte im Iridantown von Utiloh. Dort spricht man fast nur Iridanisch."

Kayne: "Mir gefällt sein Gesicht nicht. Er soll sich von mir fernhalten, sagt ihm das."

Jasper: "Qvrfre haserhaqyvpur Glc ung rgjnf trtra rhpu. Nz orfgra, vue zrvqrg vua."

[Kayne gibt sich weiterhin den Anschein eines skrupellosen, launischen Kämpfers. Kurz vor der Küste wird Jasper ermordet. Kayne wird Zeuge dieses brutalen Überfalls seitens des Priesters, den er kurzerhand erschlägt. Daraufhin herrscht bei der restlichen Crew Angst vor dem Killer aus Ohdum, der offensichtlich zwei Menschen ohne Grund auf dem Schiff getötet hat. Bei einer Durchsuchung der Ausrüstung des Priesters kommt kein Motiv zustande. Der Magier ist auch nicht sehr hilfreich bei der Suche, er fliegt alleine zur nahegelegen Küste, um sich vor dem blutrünstigen Killer in Sicherheit zu bringen. Hier gelangt Kayne sein Image zum Nachteil.]

Kayne: "Warum haben alle Angst vor mir?"

Engibi: "Weil du hier an Bord den starken Mann markierst."

Kayne: "Warum hast du keine Angst vor mir?"

Engibi: "Weil ich dich nicht ernst nehme."

Kayne: "Das ist gemein."

[Kayne geht mitsamt dem aus Novelien erbeuteten Material vor dem Haupthafen Iridans von Bord und versteckt alles. Engibi meldet im Hafen Ansprüche an das Schiff an, doch vergeblich. Die Untersuchung des Mordes beginnt durch die offiziellen Behörden, doch auch diese fördern nichts zu Tage. Es wird ein Phantombild Kaynes ausgehängt. Daraufhin sucht Engibi Kayne und das Versteck der Waffen auf. Später kommt Engibi alleine wieder in die Hafenstadt, um einen Führer durch Iridan zu suchen, mit dessen Hilfe sie die Schallbapriesterinnen finden wollen. Alle Ab.]

Asgarot: "Ich fühle die Zeit meiner Befreiung näherrücken."

Sycorax: "Es wird auch Zeit, nicht wahr?"


Später wird Irisi, nachdem er aus Utanna zurück ist (WD:1) vom neuen König den inoffiziellen Auftrag bekommen, die Banditen oder das Diebesgut zurückzuholen. Ab dem Zeitpunkt wird Irisi nur noch als NSC auftauchen. Dies liegt an den technischen Gründen der Weltzusammenführung.


Copyright 1996 Michael Jung < miju@phantasia.org >
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